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IR-Umrüstung III: IR-Filter selber bauen

Beim Selbstumbau zu einer IR-Kamera spielen natürlich die Filter eine grosse Rolle. Denn nachdem man den IR-Sperrfilter entfernt hat (Link), “sieht” die Kamera das ganze Spektrum – also von UV über sichtbares bis hin zu Infrarotlicht. Deshalb wird sie in diesem Zustand auch als Vollspektrum-Kamera bezeichnet.

Mit den Filtern werden nun bestimmte Teile des sichtbaren und unsichtbaren Lichts ausgeschlossen oder zugelassen. Wie man IR-Filter selber bauen und anbringen kann, möchte ich kurz aufzeigen.

Grundsätzlich gibt es vier Bereiche bei der Kamera, wo ein Filter installiert werden kann:

 
1. Vors Objektiv. Die gängigste Methode, meistens mit Schraubfiltern aus Glas. Keine Bastelei nötig, dafür sind die Filter teuer.

2. Hinters Objektiv. Der Filter, in der Regel ein Gel- oder Polyesterfilter, wird zugeschnitten und beim Objektivbajonett über die Linse geklebt oder dort in eine spezielle Halterung (falls vorhanden) geschoben.

3. Hinter dem Spiegel. Objektiv wird abgenommen, so dass die Spiegelbox erreichbar wird. Spiegel hochklappen und den zugeschnittenen Filter (analog Nummer 2) ganz hinten vor dem Verschluss (und dem dahinterliegenden Sensor) ankleben.

4. Direkt auf den Sensor. Das ist die Methode, die von professionellen IR-Umbau-Anbietern angewandt wird. Hierbei dient ein rechteckiger Glasfilter als Ersatz für den IR-Sperrfilter. Alternativ könnte auch ein Gel- oder Polyesterfilter vor dem Verschluss (andere Seite als bei 3.) angeklebt werden.

 
Für meinen Selbstumbau empfehle ich, den Filter hinter dem Objektiv anzubringen. Das ist einfach und schnell und bringt eigentlich keine Probleme mit sich – im Gegensatz zu Varianten 3 und 4. Bei 3 wird vor allem das Anbringen und Entfernen kompliziert, bei 4 wird wohl der Staub auf dem Sensor zum primären Problem.

 
Wie also einen IR-Filter selber bauen und anbringen? Folgende Anleitung soll helfen:

 
IR-Umbau

1. So sieht die Rückseite einer Objektivs in der Regel aus. Unser Filter soll über der Linse angebracht werden.

 
IR-Umbau

2. Nimm’ ein Blatt Papier und ein Bleistift, halte das Papier über die Erhebungen rund um die Linse und schraffier’ mit dem Bleistift drüber, so dass sich die Konturen abzeichnen.

 
IR-Umbau

3. Anschliessend ausschneiden. Überleg’ dir, wo die Flächen sind, an denen ein kleines Stück Klebeband angebracht werden kann. Achtung! Bei vielen Objektiven empfiehlt es sich, den Filter nicht auf den Erhebungen zu befestigen, sondern zwischen diesen und dem Glas, also möglichst nah an der Linse. Sonst besteht die Gefahr, dass der Spiegel beim Hochklappen den Filter berührt. Wichtig: Das hebelartige Teilchen, das zur Befestigung an der Kamera dient, nicht bedecken oder verkleben (im unteren Bild sieht man es neben dem rechten Klebstreifen).

 
IR-Umbau

4. Klebstreifen anbringen. Festdrücken.

 
IR-Umbau

5. Wir wählen nun den gewünschten Filter aus (Link), legen die Papiervorlage drüber und schneiden aus.

 
IR-Umbau

6. Zuerst Staub und Dreck von der Linse wischen, danach den Filter beidseitig putzen und ankleben. Finito!

IR-Kamera selber bauen II: Sperrfilter entfernen

 
Teil 2 zum Thema “IR-Kamera selber bauen”. Es ist das eigentliche Kernstück.

Die Umrüstung einer Kamera auf IR oder Vollspektrum ist anstrengend, aber auch sehr befriedigend. Ich mag es, aus etwas Altem etwas Neues zu machen. Zeit, Geduld, eine ruhige Hand und vor allem ein aufgeräumter, sauberer Arbeitsplatz sind für das Projekt unerlässlich.

Die Materialliste gibts im ersten Teil (Link).

Der mühsamste Part der Umrüstung der Nikon D70 auf Vollspektrum sind die beiden Flachbandkabel, die du entfernen musst, um an den Sensor zu gelangen.

Wenn die Kamera nach dem Zusammenbau nicht funktioniert, ein Kartenfehler angezeigt wird oder das Display verrücktspielt, liegt das wahrscheinlich an der falschen Handhabung dieser empfindlichen Kabel, die ziemlich schnell brechen können. Der knifflige Teil ist, sie beim Zusammenbau wieder richtig in ihre Halterungen zu bekommen.

Teste die Kamera unbedingt, bevor du beim Wiederzusammenbau alle Schrauben anbringst.

Leg’ den Akku und die Speicherkarte ein, prüf’, ob das Display funktioniert, und stell’ sicher, dass die Kamera Fotos aufnehmen und speichern kann. Wenn das nicht der Fall ist (was anfangs wahrscheinlich ist), überprüfe die Flachbandkabel. Sieh’ nach, ob sie ganz eingesteckt sind.

Noch ein wichtiger Hinweis bezüglich Staub auf dem Sensor.

Diese fiesen kleinen Flecken können eine echte Plage sein. Und da bei der IR-/Falschfarben-Fotografie oft Probleme mit der Schärfe auftreten, musst du mit den meisten Objektiven mit grosser Blende (11 und höher) fotografieren, was bedeutet, dass die lästigen Flecken noch mehr sichtbar werden.

Beim Umbau gelangt natürlich Staub auf den Sensor. Achte also darauf, dass die Umgebung relativ windstill und staubfrei ist.

Zweitens ist es ratsam, die folgenden Utensilien für die Reinigung nach dem Umbau bereitzuhalten: Einen Gummibalg (gibt’s auch in der Apotheke) zum “Abblasen” des Sensors, und ein Set mit speziellen Wischstäbchen (Link), um den Sensor von besonders hartnäckigen Partikeln zu befreien.

Wie nun also eine IR-Kamera selber bauen? Hier nun die Anleitung für den wichtigsten Schritt: Das Entfernen des IR-Sperrfilters.

 
IR-Kamera selber bauen

1. Alle Schrauben am Boden der Kamera entfernen, inklusive jener nah am Objektivanschluss (im Bild ganz unten). Achtung: Die Schrauben haben unterschiedliche Längen und es ist wichtig, dass sie wieder im korrekten Gewinde befestigt werden. Deponiere sie also so, dass du nachher weisst, welche wo waren.

 
IR-Kamera selber bauen

2. Auch Schrauben (insgesamt 4) an der linken und rechten Seite der Kamera abschrauben.

 
IR-Kamera selber bauen

3. Boden vorsichtig abnehmen. Danach das kleine rostfarbene Flachbandkabel lösen. Hierzu Halterung aufklappen, vorsichtig herausziehen. Danach den kompletten Deckel ablösen.

 
IR-Kamera selber bauen

4. Achtung: Den rot-markierten Bereich, vor allem die Verkabelungen, wegen möglichen Stromschlags nicht berühren!

 
IR-Kamera selber bauen

5. Flachbandkabel links unten herauslösen. Danach die vier Schrauben, welche das eigentliche Sensorgehäuse tragen, entfernen.

 
IR-Kamera selber bauen

6. Weisse Kabelreihe ausstecken. Danach kann das Gehäuse von der Kamera abgelöst werden. Anschliessend die vier Schrauben entfernen und danach den Rahmen, und mit dem Fingernagel vorsichtig den cyan-farbenen Sperrfilter herauslösen. Vorsicht: So herauslösen, dass er nicht auf den Sensor fällt.

 
IR-Kamera selber bauen

7. Der entfernte IR-Sperrfilter.

 
IR-Kamera selber bauen

8. Nun die Kamera wieder zusammensetzen. Also alle Schrauben rein, alle Kabel rein. Die Flachbandkabel sind besonders heikel. Es ist schwierig, sie wieder in ihre Halterungen zu führen. Hier können weiche, dünne Werkzeuge helfen, zum Beispiel dieses Wischstäbchen.

Infrarot-Kamera selber bauen I: Wie fange ich an?

 
Wenn du einen Infrarot-Kamera selber bauen möchtest, dann brauchst du Material und Werkzeuge. Und du musst etwas handwerkliches Geschick und Geduld mitbringen. Dies ist eine Anleitung für eine Nikon D70, die man von den gängigen DSLRs am einfachsten selber umrüsten kann.

 
Du benötigst folgendes:

 
1. Nikon D70. Gebrauchte gibt’s inzwischen für 50-100 Franken.

2. IR-Filter. Hier wird zwischen Glasfiltern (teuer), Gel-Filtern (immer noch teuer) und Kunststoff-Filtern (sehr günstig) unterschieden. Ich empfehle zum Start Filter von Lee, am besten via Swatchbook (Link), das viele Filter enthält, welche die üblichen Farbstile abdecken. Eines kostet vielleicht 20-30 Franken.

3. Objektiv, das keine IR-Hotspots generiert. Zum Glück sind die gängigsten Objektive für Infrarot geeignet. Zum Beispiel das Standardzoom 18-70mm (Link). Das kostet gebraucht rund 70-100 Franken.

4. Schraubenzieher. Damit wird das Gehäuse der D70 geöffnet. Wichtig: Schau’, dass der Schraubenzieher wirklich zu den Schrauben passt.

5. Doppelseitiges Klebeband. Ich empfehle Tesa (Link), sowie eine Schere fürs Zuschneiden.

6. Blasebalg, um den Staub wegzupusten. Den gibts zum Beispiel in einer Apotheke.

7. Wischstäbe (“swabs”). Damit wird der Sensor gereinigt (Link).

 
Eine Infrarot-Kamera selber bauen ist nicht sehr teuer. Insgesamt belaufen sich die Kosten auf 150-250 Franken für das Material. Im nächsten Teil (Link) werde ich zeigen, wie man den IR-Sperrfilter entfernt.

Publikation im Wandermagazin

Die aktuelle Ausgabe des Wandermagazin Schweiz (Link) enthält ein sechsseitiges Portfolio meiner IR-Fotos. Hier Cover und erste Doppelseite:

Wandermagazin

Winter am Hohgant

Ja, der Winter. Wie schwierig es ist, mich in der kalten Jahreszeit aufzuraffen, um draussen fotografieren zu gehen. Gerade am Morgen, wenn das beste Licht vorhanden ist und sich der Hochnebel auflöst und spezielle Stimmungen kreiert, ist es zu kalt für mich. Leider.

Und den Kameras sind die tiefen Temperaturen auch nicht zuträglich, so dass die Akkus nach kurzer Zeit komplett erschöpft sind.

Vorgestern aber, da wagte ich mich raus. Nicht am frühen Morgen, nein, aber um die Mittagszeit. Das Wetter passte – stahlblauer Himmel und warme Sonnenstrahlen.

Ich fuhr ins Eriz, wo noch viel Schnee liegt. Zuhinterst im Tal, weit nach dem Skilift und hinter einigen schmalen Kurven, parkierte ich mein Auto und wanderte den Pfad hinauf.

Beim Rotmoos-Naturschutzgebiet bog ich vom Hauptweg nach rechts ab. Ich stapfte durch den Schnee weiter hinauf zu einem leeren Stall. Von dort hatte ich eine perfekte Sicht auf die Hohgantkette.

Ich liebe es, wenn man irgendwo Position beziehen kann, an einem Ort, wo’s trocken und sonnenbeschienen ist und man seine Ruhe hat.

Im Schatten der Holzüberdachung lag ich da und nahm die Türme, Spalten und Schneefelder an diesem eindrücklichen Felsgebilde ins Visier. Ich verwendete mein Tokina 300mm-Objektiv (noch immer das beste Tele, das ich je benutzt habe, es liefert für die Distanz unglaublich scharfe Bilder) und eine Nikon D70 (IR, 720nm).

 
Winter

Die Bilder sind recht gut geworden, aber ich denke nun darüber nach, eine Kamera mit grösserer Auflösung zu kaufen. Die D70 ist vielleicht mein All-Time-Favorite – ich mag ihre Einfachheit und wie gut sie in der Hand liegt, ihre Widerstandsfähigkeit (Akkus halten lange), die problemlose IR-Kompatibilität und die durchwegs guten Bilder.

Aber manchmal, da wären ein paar Megapixel mehr gut. 6MP ist zu klein. Und auch eine grössere ISO-Toleranz wäre nicht schlecht. Vielleicht die Nikon D810 (Link zu einem guten Review) ? Ich weiss es nicht.

Vielleicht weiss ich es im Frühling dann…

Winter Hohgant

Hohgant

Hohgant

Hohgant