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Begegnung mit dem Brockengespenst

Der Hochnebel hat zurzeit viele Täler in der Schweiz fest im Griff. Darüber jedoch herrscht oftmals perfektes Winterwetter. Vor einigen Tagen war ich im Dorf Aeschiried hoch über dem Thunersee. Das kleine Dorf ist von Thun aus in rund 20 Minuten erreichbar und somit für Ausflüge während den kurzen Wintertagen bestens geeignet. Die Hochnebelgrenze lag auf Höhe des Dorfes. Teile lagen im Nebel, andere nicht, und die dichte, weiss-graue Masse kroch an den Hängen entlang und verschob sich mal höher, mal tiefer.

Ich spazierte am Dorfesrand rauf und runter, um Motive zu finden. Ein perfektes Nebelmeer erstreckte sich vor mir in alle Richtungen. Die spezielle Wetterlage kreierte noch ein anderes Phänomen: Ein Brockengespenst. Und dem begegnete ich bei einer etwas abseits stehenden Scheune. Die untergehende Sonne beschien mich von hinten und warf meinen Schatten auf die Nebelbank vor mir. Zu sehen war ein geisterhaftes Abbild, das scheinbar ein Eigenleben hatte und zudem von einem farbigen Lichtkranz umgeben war.

Laut Wikipedia ist das Brockengespenst ein optischer Effekt, der erstmals 1780 auf dem Brocken vom deutschen Naturforscher Johann Esaias Silberschlag beobachtet und beschrieben wurde:

 

Wenn der Schatten des Beobachters auf eine Nebel- oder Wolken-Schicht fällt, wird der Schatten nicht durch eine feste Fläche abgebildet, sondern durch jeden Wassertropfen des Dunstes einzeln. Dadurch kann das Gehirn den Schatten nicht stereoskopisch sehen und überschätzt die Grösse deutlich. Durch Luftbewegungen bewegt sich der Schatten, selbst wenn der Beobachter still steht. Dieses scheinbar eigene Wesen kann zudem schweben, ohne sichtbaren Kontakt zum Boden zu haben. Die anderen physikalischen Bedingungen auf dem Berg, kühle und feuchte Luft, Stille, sowie die fehlende Orientierung durch mangelnden Weitblick und fehlende Nachbarberge, verstärken den subjektiven Eindruck der scheinbaren Existenz eines Gespenstes.

 
Ich nahm ein kurzes Video mit meinem Smartphone auf:

IMG_0842

 
Und die Bilder, aufgenommen mit einer Nikon D70 IR:

Brockengespenst

Brockengespenst

Brockengespenst

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